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Vom Umgang mit der Angst

 

(nach einem Vortrag von Tenzin Wangyal Rinpoche)

 

 

Wie gehst du mit der Angst um?

Genauso wie du mit allem in deinem Leben umgehst.

Schau dir einen Konflikt an in deinem Leben. Du wirst diesen nur dann lösen können, wenn du eine Verbindung zu der betreffenden Person finden kannst.

Eine Verbindung zu finden ist das Wichtigste, wenn es darum geht, irgendein Problem zu lösen.

 

Wenn du also Angst hast, stellt sich die Frage, wie deine Verbindung zur Angst aussieht.

Keine Verbindung bringen folgende Vorgangsweisen:

·         Zurückweisung- ist nicht Verbindung.

·         Oder versuchst du zu vermeiden? Wo sollte da die Verbindung sein?

·         Unterdrückung????

·         oder versuchst du dir eine Geschichte zu erzählen, dass es sie gar nicht gibt, sie nicht relevant ist, die Angst, oä.

All das sind Pfade der Nicht-Verbindung.

 

Um das zu verändern, geh wie folgt vor:

Bemerke deine Herangehensweise!

In dem Moment, in dem dir deine Herangehensweise bewusst wird, kannst du erkennen, was du tatsächlich machst. Du erkennst, was und wielange du schon vermieden hast, weggedrückt hast, nicht zugelassen hast, davon gerannt bist, oder dir Geschichten erzählt hast!

 

Alles hast du getan um zu vermeiden, in Verbindung mit der Angst zu kommen!

 

Das ist üblericherweise unsere Art mit unserer Angst umgehen.

Wahr ist, dadurch  werden wir  die Angst nicht besiegen, wahrscheinlich machen wir sie schlimmer.

Wir finden heraus: Alles, was wir bisher gemacht haben, bringt gar nichts.

Also, es hat nichts gebracht, kein Ergebnis, unbrauchbare Herangehensweise!

 

Was also können wir tun?

Wie können wir mit Angst umgehen?

1.Wir brauchen eine bessere Verbindung, um mit der Angst sein.

Wenn du mit deiner Angst konfrontiert bist, schau sie dir an! In diesem Moment!

(Es geht um die Erfahrung der Emotion!) Du erfährst sie in deinem Körper!

Komm in deinen Körper! Stell fest, wo in deinem Körper spürst du die Angst?

Im Herzen? Ein Druck vielleicht?

Nimm jede dieser Erfahrungen in deinem Körper wahr - lass sie näher kommen!

Unterlass alle deine bisherigen Vermeidungsstrategien! Statt dessen: Komm näher!

Sei dir der Ruhe in deinem Körper bewusst!

Der Körper ist ruhig!

 

Vielleicht stellst du eine Einschränkung der Atmung fest!

Eine Gefühlsregung!

Sei dir einfach nur dessen bewusst!

 

So wie eine Taschenlampe, die du auf ein Objekt im Finsteren richtest, beleuchtet diese nur den Gegenstand, sie kontrolliert ihn nicht.

Dein Gewahrsein ist das Licht. Sie beleuchtet nur das, was du bemerkst!

Wenn du dir des Schmerzes im Herzen bewusst wirst, als Resultat der Angst,

in dem Moment in dem du dir dessen gewahr wirst, wird dein Herz heilen.

 

Ruhig zu sein, wird dir helfen, dich nicht in den Gedanken zu verlieren.

Raum zu sein, wird helfen, dich von unzumutbaren Vorstellungen abzukoppeln.

Sei einfach nur mit deinen Empfindungen.

 

Die Art und Weise, wie du mit der Empfindung bist, bedeutet,  ist wie klare, offene Präsenz zu sein.

Wenn dir nicht bekannt ist, was darunter gemeint ist, dann bring ein wenig Wärme und Gegenwärtigkeit auf.

Du versuchst, dich mit der Angst zu verbinden!  Dich mit ihr anzufreunden, um sie zu transzendieren!

Bring der Angst ein Gefühl der Wärme, wie  das Gefühl der Wärme zu einem Freund, Offenheit, Freundlichkeit, entgegen!

Verbinde dich mit deiner Angst,  so wie sich eine liebende Mutter mit ihrem Kind verbindet,

durch ihre Berührung, ihren Blick, ihr Halten des Kindes, durch ihren Schutz für das Kind!

Verweile in dieser inneren Haltung!

Die Angst ist dein Kind, du bist in diesem Fall die Mutter! Verweile!

 

Sei dir bewusst, du bist nicht allein, du bist geschützt und unterstützt. Fühle das, erhalte das und gib es andern.

Ruhe auf diese Art! 

 

Werde dir die Macht des Gewahrseins bewusst!